Bloggerclub-Veranstaltung: Keine Angst vor dem neuen WordPress Editor Gutenberg

Autor: Markus Pflugbeil

Keine Angst vor Gutenberg: der Vergleich mit der DSGVO, der bei der jüngsten Bloggerclub-Veranstaltung „Gutenberg kommt – arbeiten mit dem neuen Editor“ getroffen wurde, hinkt gewaltig. Wer Gutenberg nicht kennt, nicht einsetzt oder einfach ignoriert, hat sicher nicht mit einer Abmahnung durch einen Anwalt zu rechnen. Gutenberg ist der neue Editor von WordPress und ersetzt ab der Version 5 den bisherigen TinyMCE Editor. Das ist der Editor, in dem man bisher seine Beiträge geschrieben hat.

Die Version 5 von WordPress wird für Ende November erwartet. Ein automatisches Update wird es nicht geben, da es sich um ein sogenanntes Major Release handelt. Das Update muss manuell gestartet werden. Zuvor sollte natürlich unbedingt ein Backup erfolgen sowie eine  Verifizierung, ob alle Plugins kompatibel sind. Im Dashboard wird dann als neuer Editor standardmäßig Gutenberg verfügbar sein.

Tipp: das Plugin „Classic Editor“ installieren

Wer keine Zeit hat oder sich davor scheut, sich mit der Philosophie des neuen Editors vertraut zu machen, für den ist der erste Tipp von Hendrik Luehrsen, Referent des Fortbildungsabends im Bloggerclub, Gold wert. Der Inhaber einer WordPress-Agentur und als WordPress-Entwickler selbst an dem Gutenberg-Editor beteiligt, empfiehlt: „Sofort, und zwar jetzt, das original WordPress Plugin Classic Editor installieren.“ Das Plugin, das vor der Verfügbarkeit der Version 5 von WordPress nichts sichtbares tut, ersetzt bei der Version 5 Gutenberg. Auf diese Weise bleibt der bisherige Editor erhalten. WordPress-Autoren können dann selbst entscheiden, wann sie für einzelne Beiträge oder alle zukünftigen Beiträge auf Gutenberg umsteigen.

Blocks: die Philosophie hinter Gutenberg

Die Entwickler von Gutenberg sind davon ausgegangen, dass in der heutigen Zeit Text nicht mehr das allein bestimmende Element von Blogbeiträgen ist. Vielmehr wurden sie von der Auffassung geleitet, dass neben Bildern auch Videos und viele andere Elemente in einen Beitrag eingebunden werden müssen, sogennannte Rich Media. Deshalb wurde die Blocktechnologie eingeführt. Jedes Element eines Beitrags, sogar jeder Absatz, wird als Block abgelegt und ist als Block zu bearbeiten. So können beispielsweise ohne komplexe Plugins attraktive Seiten gestaltet werden, indem einzelne Bilder als Hintergrund, Artikelheader oder ähnliches verwendet werden können, mit Transparenz, Farbe oder Text versehen, direkt im Block aus WordPress heraus.

Für wen eignet sich Gutenberg

Die Entwickler von Gutenberg, so Luehrsen, haben sich frühzeitig von der Ansicht verabschiedet, dass Gutenberg von WordPress-Profis geliebt werden muss. Vielmehr soll neuen WordPress-Bloggern der Umgang mit WordPress und mit Rich Media vereinfacht werden. In einigen Jahren wird dann Gutenberg Standard sein. Der Classic Editor wird angeblich nur bis 2022 gepflegt. Zum Start wird es so sein, dass Nutzer von wenig individualisierten Standard-Themes ohne Einschränkungen mit Gutenberg arbeiten können. Auch werden kommerzielle Theme-Anbieter recht schnell kompatibel zu Gutenberg werden, erwartet Luehrsen. Wer aber selbst am Code Hand angelegt hat, kann Probleme bekommen, bestenfalls sind einfach nicht alle Funktionen von WordPress nutzbar.

Fotonachweis: Pixabay (Creative Commons)

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