Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, beim "Runden Tisch Influencer Marketing" im Bundeskanzleramt

Bloggerclub e.V. beim „Runden Tisch Influencer Marketing“ im Bundeskanzleramt vertreten

Interessenvertretung für Blogger an höchster Stelle: Der Bloggerclub e.V. war am 20. November 2018 an einem Runden Tisch im Bundeskanzleramt in Berlin vertreten. Zusammen mit rund 15 weiteren Influencern aus verschiedenen Social-Media-Bereichen wurden aktuelle Entwicklungen in der Social-Media-Welt angesprochen, insbesondere die schwierige Rechtslage bei der Werbe-Kennzeichnung von Beiträgen und den inzwischen zahlreichen Abmahnungen in diesen Zusammenhang.

Zum „Runden Tisch Influencer Marketing“ hatte Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, eingeladen, die wir bereits im September in München zum Interview für den Bloggerclub-Blog zu Gast hatten. Den Bloggerclub e.V. vertrat Stv. Vorsitzender Franz Neumeier beim Runden Tisch in Berlin.

Auf Regierungsseite hatte Dorothee Bär hochkarätige Kollegen aus mehreren Ministerien und von den Landesmedienanstalten eingeladen. Unter anderem waren neben Staatsministerin Bär vor Ort:

  • Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium  der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Stefan Schnorr, Abteilungsleiter Digital- und Innovationspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Armin Jungbluth, Leiter des Referats Wettbewerbs- und Verbraucherpolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Medien und Digitales als Staatssekretärin in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz
  • Jan Ole Püschel, Gruppenleiter Gruppe K 3: Medien und Film beim BKM (Beauftragte für Kultur und Medien)
  • Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt
Das Bundeskanzleramt in Berlin
Das Bundeskanzleramt in Berlin

Staatssekretär Gerd Billen erläuterte zunächst einige sachliche Hintergründe zum Thema Abmahnungen und dem Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt Cornelia Holsten stellte in einer kurzen Präsentation einen neu entwickelten Leitfaden für die Kennzeichnung von werblichen Beiträgen (PDF) vor.

Anschließend nahmen sich die Regierungsvertreter eine gute Stunde lang Zeit, um sich über die Probleme von Influencern und Bloggern zu informieren: beispielsweise zahlreiche Abmahnungen durch zweifelhafte Wettbewerbsverbände, die unklare Rechtslage bei der Kennzeichnung von bezahlten und nicht bezahlten Beiträgen und die mangelnde, technische Umsetzbarkeit der Gesetze auf vielen Social-Media-Plattformen.

Der "Runde Tisch" im Bundeskanzleramt
Der „Runde Tisch“ im Bundeskanzleramt

Seitens der Vertreter der Ministerien gab es die Zusage an die Influencer und Blogger, die Anregungen und Problemstellungen bei bevorstehenden Gesetzgebungsverfahren zu berücksichtigen und weiter in engem Kontakt mit den Vertretern der Szene zu bleiben, auch bezüglich akut auftretender Probleme und fragwürdiger Abmahnungen.

Außerdem stehe man, so sagten mehreren Regierungsvertreter, in engem Kontakt mit großen, internationalen Social-Media-Plattformen und man wolle sich dort unter anderem dafür einsetzen, dass es für deutsche Influencer einfacher werde, gesetzliche Vorgaben auf diesen Plattformen zu erfüllen.

=> Regelmäßig organisiert der Bloggerclub e.V. Veranstaltungen für Blogger von Fachleuten und nimmt an solchen als Interessensvertretung teil. Möchtest Du informiert bleiben und mitgestalten, dann werde Mitglied bei uns und profitiere vom Netzwerk – unser Motto: gemeinsam sind wir stark!

2 thoughts on “Bloggerclub e.V. beim „Runden Tisch Influencer Marketing“ im Bundeskanzleramt vertreten

  1. Ich bin selbst nur ein kleiner Fisch unter all den Instagram-Influencern. Die Rechtslage ist ja immer noch so unklar, dass ich vorsichtshalber jeden Beitrag als Werbung kennzeichne. So ein Treffen mit den verantwortlichen Politikern sollte regelmäßig stattfinden, um die Social Media Realität auch den Volksvertretern näher zu bringen. Eine Beratung bei einem Anwalt kann sicher auch nicht schaden.

  2. Ich persönlich finde die Kennzeichnung aller Beiträge als „Werbung“ aus zwei Gründen höchst problematisch:

    a) verschleiert man dem Leser gänzlich, was nun wirklich Werbung ist und was nicht. Auf Dauer verlieren wir damit die Möglichkeit, zwischen Redaktion und Werbung zu unterscheiden, was uns in letzter Konsequenz unsere Existenzberechtigung entzieht.

    b) könnte man sich sogar vorstellen, dass genau dieses „alles markieren“ zu Abmahnungen/Probleme führt, weil ein Anwalt (mit einem gewissen Recht) sagen könnte: „Wenn alles als Werbung gekennzeichnet ist, ist der Zweck des Gesetzes, dass Werbung deutlich erkennbar gekennzeichnet sein muss, nicht erfüllt.“

    Insofern finde ich das „alles markieren“ nicht nur unsinnig, sondern vielleicht sogar juristisch riskant. Meine persönliche Meinung …

    Sinnvoller finde ich, am Anfang eines Beitrags (der keine Werbung ist) einen Link zu einem Hinweis-Text zu setzen, der kurz erläutert, was es mit dem Text auf sich hat – Kooperation, unbezahlt, gänzlich ohne Einfluss von außen, was auch immer. Auch wenn das im Einzelfall vielleicht juristisch unsicher erscheinen mag, erhöht es für einen potenziellen Abmahner doch ganz erheblich das Risiko, vor Gericht zu verlieren, wodurch sich Abmahner vielleicht eher auf eindeutigere Fälle stürzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.